Das Küstengebiet Höga Kusten (Hohe Küste) in der schwedischen Provinz Västernorrlands län zwischen Härnösand und Örnsköldsvik wurde im Jahr 2000 zum Weltnaturerbe erklärt.

Während der letzten Eiszeit war ganz Skandinavien von Eis bedeckt. Die Eismassen waren etwa 3 km dick und drückten durch ihr Gewicht das Land nieder. Nach dem Abschmelzen der Eismassen begann das Land sich zu heben. Mit 285 Metern hat das Gebiet Höga Kusten die höchste isostatische Bodenhebung der Welt seit der letzten Eiszeit zu verzeichnen. Gleichzeitig beträgt der Abstand zwischen der höchsten Küstenlinie und der heutigen Küstenlinie aufgrund der topographischen Beschaffenheit nur etwa 3 Kilometer. Auf diesen 3 Kilometern kann das Vorrücken der Küstenlinie, der Vegetation und auch die Nutzung des Landes durch Menschen in den letzten 7.000 Jahren studiert werden. Heute hat sich die isostatische Bodenhebung verlangsamt und beträgt in diesem Bereich etwa 8 mm pro Jahr.

Zum Weltnaturerbe gehört auch das marine Gebiet vor der Küstenlinie (etwa 56 % der Fläche), da sich die geologischen Phänomene ins Meer hinaus fortsetzen. Strandsäume tauchen auf, neue Inseln werden geboren, Inseln werden zu Halbinseln. Aber auch die biologischen Verhältnisse im Meer sind durch die Bodenhebung geprägt. Die Ostsee ist ein Brackwassermeer mit marinen Relikten aus der Zeit, als sie noch direkt mit dem Atlantik verbunden war. Die Topographie der Höga Kusten führt dazu, dass es innerhalb eines begrenzten Gebietes verschiedene Typen von Meeresökosystemen gibt. Im Sommer des Jahres 2006 wurde auch die östlich angrenzende Region des Kvarken, die hauptsächlich in Finnland liegt, in das Weltnaturerbe aufgenommen.

Im Gebiet des Weltnaturerbes Höga Kusten befindet sich der Nationalpark Skuleskogen.

Vättern

Der Vättern ist der zweitgrösste Binnensee in Schweden und liegt im südlichenTeil des Landes. Er besitzt eine Tiefe von über 100m und ein Grösse von 1900 km2. Für uns Schleppangler ist der Bestand von Lachs, Seeforelle, Saibling, Hecht und Zander von Interesse. Ich habe diesen See im Juli 2000 für eine Woche besucht. In dieser Woche konnte ich jedenTag fischen, da eine max. Windstärke von 3 Bft. bestand.

In der Urlaubsplanung hielt ich Ausschau nach einem Campingplatz, mit einer eigenen Slipanlage, oder mit einem Hafen in der Nähe . Ich hatte mich für das kleine √ñrtchen Gränna entschieden, welches unter anderem für seine Zuckerstangen und seine Ballonfahrten bekannt war. Mit diesen Argumenten konnte ich auch meine Familie überzeugen. Als ich dann auch noch ein paar Bilder vom Campingplatz zeigen konnte, der direkt am Wasser lag, mit einem eigenen Badeplatz, war die Familie mit im Boot- ach ja das Boot , dieses konnte ich in dem Hafen neben dem Campingplatz ins Wasser lassen. Am Anreisetag wurde dieses dann auch gleich erkundet. Eine gute Slipanlage mit Steg an der Seite war optimal. Mein Boot von 1000kg ( mit Trailer) konnte problemlos ins Wsser gebracht werden. Bevor dieses allerdings geschah, fragte ich nach den Slipgebühren bei einem schwedischen Bootsbesitzer, der gerade sein Holzboot wienerte. Der zeigte mir daraufhin die ganze Hafenanlage und wies auf die Liegeplätze für Besucher hin. Als der blonde Schwede dann fragte, ob wir die sanitären Anlagen, mit Dusche benutzen wollten, was ich verneinte, sagte er, wir seien herzlich willkommen und könnten alles kostenfrei benutzen. Diese Aussage musste ich noch zweimal mit offenem Mund bestätigen lassen, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass es solche Gastfreundschaft gibt. Aber es war tatsächlich wahr- davon können sich einige in Deutschland eine Scheibe abschneiden.

So konnte das Boot umsonst geslippt und die Woche im Wasser liegen bleiben. Der Hafen liegt übrigens an der Süd-Ostküste des Sees, davor, in einer Entfernung von ca. 3 sm die Insel Visingsö, die bei westlichen Winden einen hervorragenden Windschutz bildet.

Nachdem das Boot im Wasser lag, konnte ich auch nicht mehr lange festgehalten werden. Es wurden die Angelsachen geschnappt und dann ging es auch schon bei spiegelglatter Oberfläche den Tiefen von über 100m entgegen. Ich hatte mir in Deutschland die entsprechende Seekarte besorgt und wusste, dass in sw- Richtung Tiefen von 110m zu erwarten waren. Nach einigen Minuten ( 2,5 Sm) hatte ich eine Tiefe von über 70 m erreicht und brachte die Köder über die Downrigger aus. Verteilt waren sie zwischen 45 und 20m Tiefe. 3 Std. brachten keinen Biss. So wurde das Gerät eingepackt und der Hafen aufgesucht. Dort kamen gerade einige schwedische Boote in den Hafen, die unschwer als Trollingboote ausgemacht werden konnten, da sie mindestens genau so viele Rutenhalter etc. wie mein Boot besassen (25 Stck). So schlenderte ich zum nächsten Boot, welches gerade angelegt hatte. Der schwedische Angler, auf dem Boot, konnte mir nicht mehr entkommen. Erst Recht, nachdem er mir erzählte, dass er "nur" 5 Lachse gefangen hatte (allerdings keinen mitgenommen, da sie ihm zu klein waren). Das war sein Fehler. Ich bombardierte ihn mit Fragen wie, in welcher Tiefe, welcher Köder, welche Farbe, welche Geschwindigkeit und und und. Der arme Mensch gab mir alle Informationen, die ich wissen wollte. Und als mein Wissensdurst gestillt war, bedankte ich mich und hatte ein schlechtes Gewissen, denn der √Ñrmste rannte zum Auto und schaute dabei sehr hektisch auf die Uhr. Das Verhör dauerte wohl doch etwas länger.

So informierte ich mich bei allen Trollinganglern, die ich in den nächsten Tagen im Hafen traf. Mit den gesammelten Informationen gelang es uns dann auch endlich den 1. Fisch zu fangen, eine Seeforelle von etwas über 50 cm.- Der Knoten war endlich geplatzt. Wir fingen pro Ausfahrt (2-4 Stunden) 1-2 Fische. Die Grösse der Forellen, die wir fingen, lag zwischen 45 und 60 cm. Desweiteren fingen wir 2 Saiblinge (35 u. 50 cm) und eine Aalquappe ( ca. 80 cm auf Apex). Leider hatten wir kein Lachsglück, aber ein schwedischer Angler hatte da mehr Glück. Als er mit Händen und Füssen von seinem Boot fragte, was bei uns an Bord kam und ich mit Stolz eine 55er Forelle hochhielt, winkte er ab und bückte sich. Als er wieder hochkam, hielt er zwei Beutel hoch, in deenen sich jeweils ein lachsartiger Fisch befand, mit einem Stückgewicht von über 10 Pfund !!!

Zusammengefasst, die wichtigsten Informationen: Lachs: Hielt sich bei einer Tiefe von 10-15m über tiefem Wasser auf ( Information von den schwedischen Anglern) Seeforelle: An den Abfallkanten, in jeglicher Tiefe zwischen 10 und 30m, fingen wir auf Apex und Blinkern in grün/silber. Saibling: Hielt sich bei einer Tiefe von 80-150 ft (24-45m) auf.Wir fingen die Fische auf Apex in den Farben gelb/ rot, knapp über dem Boden. Sehr viel besser fingen die Schweden mit kleinen Spinnern, die hinter einem Vorfach mit rotierenden Spinnerblättchen geschaltet waren. Aalquappe: Hatte bei einer Wassertiefe von 110 ft auf einen gelb/roten Apex gebissen.

Kalmarsund in Schweden

Der Kalmarsund befindet sich an der südlichen Ostküste, zwischen Festland und der Insel Öland. Für uns Schleppfischer ist dieser salzarme Teil der Ostsee durch seine grossen Hechte, Meerforellen und Lachse nicht uninteressant. Die Meerforellen und Lachse ziehen im Mai und Juni in den Sund um in die Flussläufe zu steigen, wo sie ihrem Laichgeschäft nachgehen wollen,z.B.in den Eman, der für seine grossen Meerforellen bekannt ist ( jedes Jahr werden Exemplare bis 30 Pfund gefangen). In den Schären selber darf nicht geschleppt werden. Dieses ist nur ausserhalb der Schären mit einem Mindestabstand von einigen hundert Metern zum Ufer und einer Mindesttiefe von 2m gestattet. Das mit der Mindesttiefe ist nicht zu unterschätzen, denn wer sich vom Sund einmal eine Seekarte besorgt, wird bemerken, dass es vorkommen kann, das in 2 sm Entfernung zum Ufer keine 2m Tiefe vorhanden sein kann. Ich habe mich da schon einmal ganz schön erschrocken, als ich fast mit dem Schaft Grundberührung hatte.

Ich selber habe bisher nur den nördlichen Teil des Sundes befischt. Um mit dem Boot möglichst nicht viele Seemeilen durch die Schärenlandschaft (die allerdings wunderschön ist) zu fahren, hatte ich nach einer Slipanlage Ausschau gehalten, die sich möglichst an der Aussenkante der Schären befindet. Dieses habe ich dann auch auf der Insel Oknö ( diese ist über eine 5m lange Brücke zu erreichen) gefunden. An der äussersten Kante der bewohnten Insel befindet sich ein kleiner Hafen mit Slipanlage, die offen zugänglich und frei benutzbar ist. Von dort erreicht man in wenigen Minuten den offenen Sund, wo das Schleppgerät ausgebracht werden kann. Bild links: Solche Meerforellen schwimmen im Kalmarsund. Die abgebildete Schönheit hatte ich vom Ufer gefangen. Sie hatte ein Gewicht von 4 kg und wurde nach einem harten Drill an der Aussenseite der Insel Oknö gelandet. (Leider hatte ich die Familie im Auto und durfte nur 45 min. angeln- diese hatten sich allerdings gelohnt.)