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Meine Trollinggeschichte

fing 1987 mit dem Erwerb einer 4 m langen offen Schale an. Dieses kaufte ich, da nach vielen, vielen Stunden, die ich am Ufer gefischte hatte, die Neugier immer grö√üer wurde, was denn da draussen schwimmt, wo ich mit der Angel nicht hinkam. Das Schleppangeln bestand in der ersten Zeit darin, Rapala und Nils Master-Wobbler hinter dem Boot herzuziehen. Dabei gingen vereinzelt Dorsche, Meerforellen und Hornhechte an den Haken.

Nach einiger Zeit machte mich ein Bericht in einer Angelzeitschrift neugierig. Dieser berichtete von einem Downrigger,der den Köder mit Hilfe einer Bleikugel und einem Stahlseil, in die richtige Tiefe brachte. Zu kaufen gab es damals so etwas nicht in jedem Angelgeschäft, ganz im Gegenteil. So wurde ein 3,5kg schwerer Bleiklumpen gegossen und mit einem Polyesterband an der Reling festgebunden. Das Band hatte in jeweils 1m Abstand unterschiedliche Farbmarkierungen, so dass die Tiefe damit einigermassen "eingestellt " werden konnte. Als Klip, der die Angelschnur festhielt und bei einem Anbiss freigab, diente eine Hechelklemme (vom Fliegenbinden) auf deren Backen Ventilgummi gezogen war.

So konnte doch der eine oder andere Fisch auf die Schuppen gelegt werden. Allerdings war das Fischen nicht sehr luxuriös, der Clip konnte nicht sehr genau eingestellt werden und das Band hatte doch ein paar Abdrücke in den durchweichten Händen hinterlassen.

So wurde der 1. eigene Downrigger aus Teilen von einem Schrottplatz gebaut. Bei diesem tauschte ich das Band gegen ein Stahlseil aus und er besass alles was ein Downrigger so benötigt: Eine Trommel welches das Stahlseil aufnahm, einen Auslegearm mit Umlenkrolle, um das Seil von der Bordwand fernzuhalten, nur ein Zählwerk vermisste ich, konnte mir aber durch Tapemarkierungen auf dem Seil helfen. Diese verrutschten allerdings manchmal, was dann meistens zu Grundkontakt mit den Wobblern führte. Da das Boot einen Aussenborder mit 9,9 PS besass (und ich keinen Bootsführerschein), war ich nur sehr selten auf der deutschen Ostsee unterwegs. Die meisten Touren führten uns (meistens mit dem Angelirren Michael) zum kleinen Belt oder rund um Ebeltoft in Dänemark. Dort fingen wir die gleichen Fischarten wie in der heimatlichen Ostsee und zusätzlich Seelachse von 2-4 kg, die spektakulär fighten. Diese Seelachse liessen die Angelspitze, nachdem die Schnur aus dem Klip gezogen wurden, nicht nach oben kommen, sondern nahmen sofort ein paar Meter Schnur von der Angelrolle. Wirklich Klasse diese Fische, die mit Recht das Wort Lachs in ihrem Namen tragen.

So habe ich dann irgendwann auch meinen Bootsführerschein gemacht und konnte ohne schlechtes Gewissen auch in der deutschen Ostsee fischen. Da mein Urlaub mich auch manchmal nach Schweden brachte und ich die Angelgeschäfte in der Nähe der Mörrum besuchte, konnte ich auch nach und nach zwei Downrigger erwerben, die doch einen gewissen Luxus bei der Schleppangelei darstellten. In diesen Geschäften habe ich so manches Geld für Köder und Zubehör gelassen.

 
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