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Köderfischsysteme

Baitholder - Köderfischhauben - Naturköderschleppen

Wenn wir von Naturködern beim Schleppangeln sprechen, dann sprechen wir in der Regel vom Schleppangeln mit Köderfischen. Diese werden in der Regel, in sogenannte Köderfischhauben oder Baitholdern gefahren. Baitholder werden die meisten Köderfischhauben genannt, weshalb wir hier diesen Begriff verwenden werden.

Baitholder sind aus Kunststoff und es gibt sie in verschiedenen Größen um damit verschieden Große Köder Schleppen zu können. Die Firma Rhino hatte mal die Größten Baitholder am Markt, mit denen man ganze Heringe Schleppen kann, die Firma Mika Solutions hat diese nun im Programm. Der Vorteil dieser großen Baitholder liegt darin auch im Sommer auf Lachse schleppen zu können ohne permanent mit Hornhechten konfrontiert zu sein. Auch kann man diese großen Baitholder perfekt zum Schleppangeln auf Hechte und in Norwegen einsetzen.

Die meisten Baitholder sind jedoch für Köderfische in den Größen bis ca. 13cm gedacht und sind speziell für das Schleppangeln entwickelt worden. Dabei gibt es Grundsätzlich wenig Unterschiede, die Rhino Baitholder haben eher weniger Löcher um den Lauf des Köderfisches zu beeinflussen, was sie für den Anfänger interessant macht, sich mit der Köderfischschlepperei anzufreunden. „Profis“ nutzen diese Baitholder natürlich auch, wenn man weiß wie man den Lauf trotz weniger Einstelllöcher verändern kann. Zudem sind diese Baitholder die günstigsten am Markt und funktionieren einfach.

Die Baitholder von Jackpot sind die Baitholder mit den meisten Einstelllöchern am Markt, mit diesen Einstelllöchern hat man schier unendlich viele Möglichkeiten den Köderlauf zu verändern, wenn man das ganze Potenzial dieser Baitholder nutzen möchte, muss man sich schon sehr damit beschäftigen, man hat mit diesen Baitholdern aber dann für alle Situationen immer die richtige Antwort. Es gibt diese Baitholder dazu in einer unübersichtlich großen Farbauswahl.

Der Salsa Baitholder ist ein wenig unter die Räder gekommen, zumindest in Deutschland, Optisch wie ein Rhino Baitholder aber mit mehr Einstelllöchern aber halt nicht so viele wie der Jackpot Baitholder. Deswegen entscheiden sich mehr Schleppangler für den Rhino Baitholder, die es als einzige auch fertig gebunden gibt, oder dem Jackpot Baitholder.

Der Ryhs Davis Baitholder hat an der Seite eine Führungsfinne an der man die Krümmung des Köderfisches anlehnt, dadurch ist die Krümmung des Köderfisches vom Baitholder vorgegeben, auch diese Art Baitholder nutzen noch einige Schleppangler.   

Andere Vertreter sind die Systeme von Vuoksi Raksi und Mika Solutions Wobholder. Diese Baitholder haben Tauchschaufeln ähnlich eines Wobblers und versetzten dem Köderfisch eine wobbelnde Bewegung. Allerdings sind diese Systeme eher für das langsame Schleppangeln geeignet, was sie prädestiniert in Seen vom Ruderboot oder sehr langsam fahrenden Boot mit Elektromotor zu nutzen. Der Mika Solutions Wobholder hat dabei einen Vorteil, da dieser aus Metall besteht, kann man die Tauchschaufel durch vorsichtiges Biegen anpassen. Der Vuoksi Raksi ist aus Kunststoff gefertigt und könnte nur zuhause mit Heißluftfön erwärmt verändert werden. 

All diesen Köderfischsystemen gemein ist die Art der Befestigung des Köderfisches im Baitholder, man steckt den Kopf des Köderfisches in den Baitholder und sichert diesen mit einem Zahnstocher oder passendem Kunststoffpin. Mindestens ein Drilling hängt frei am Köderfisch, wird also nicht in den Köderfisch selbst eingestochen.

Bei den Baitholdern oder Köderfischhauben von Rhino, Jackpot und Salsa, werden die Köderfische mit dem Kopf in den Baitholder gesteckt, mit einem Zahnstocher gesichert und der erste der beiden Drillinge ca. mittig in die Flanke des Köderfisches gesteckt, der 2. Drilling bleibt frei hängend ungefähr auf Höhe der Schwanzflosse des Köderfisches. Nun zieht man den Köderfisch mit Hilfe des Vorfachs, welches aus dem Baitholder geführt ist, leicht krumm und testet im Wasser ob der Köderfisch langsam rotiert, wenn er dies macht, läuft er wie gewünscht. Durch eine stärkere oder geringere Krümmung kann man den Lauf des Köderfisches beeinflussen. Bei den Salsa und Jackpot Baitholdern kommen jetzt die zusätzlichen Einstelllöcher zum Tragen, je nachdem welche man wählt, kann man auf den Lauf des Baitholders Einfluss nehmen, dafür gibt es super Videos der jeweiligen Hersteller. Der Rhino Baitholder hat diese Optionen nicht, hier kann man anhand des im Köderfischs eingestochenen Hakens den Lauf beeinflussen, ober oder unterhalb der Seitenlinie und wie weit davon nach oben oder unten entfernt.

Einige Schleppangler bohren sich zusätzliche Löcher in den Rhino Baitholder, was selbstverständlich auch möglich ist.   

Wenn man sich mit dem Lauf nicht so viel auseinander setzten möchte, kann man den Köderfisch auch linear in den Baitholdern Schleppen und setzt einfach einen Dodger oder Flasher vor den Baitholder, dieser haucht dem Baitholder dann das nötige Spiel ein. Selbstverständlich kann man Dodger und Flasher auch vor einem rotierenden Köderfisch einsetzen.   

Von der Firma Mika Solutions gibt es Gummifische, die man sehr gut als Köderfischersatz in den Baitholdern einsetzen kann, diese sind flexibel und können wie ein echter Köderfisch in Baitholdern eingesetzt werden. Von der Firma Rhino gibt es die Soft Finny Gummifische, die ebenfalls für Baitholder entwickelt wurden, hier ist der Clou, das im inneren des Soft Finny ein “Blech“ eingearbeitet ist, mit welchem man dem Gummifisch eine Krümmung vorgeben kann, die dieser Gummifisch beibehält. Beide Gummifisch Varianten sind in Ermangelung von Köderfischen ein relativ guter Ersatz. Einige Schleppangler setzten diese Gummifische ganz bewusst, anstatt Köderfischen, ein und haben damit sehr gute Erfolge.

Vorteil der Rhino, Jackpot und Salsa Baitholdern ist, das man diese in den „normalen“ Schleppangel Geschwindigkeiten, von 2 – 3Kn, problemlos fahren kann.

Dadurch ist es möglich ein gemischtes Schleppangel Setup zu fahren, da man die Baitholder an die für Kunstköder ideale Geschwindigkeit anpassen kann. 

Bei der Naturköderangelei ist es unabdingbar in kurzen Abständen die Köder zu kontrollieren, um zu überprüfen, ob diese noch laufen. Durch aufreißen des Bauches, Erwärmung im Wasser, verändert sich der Lauf der Köderfische, was sie dann unattraktiv für die Zielfische machen kann.